Bulletin Nummer 01 November 2001

An der diesjährigen General Versammlung der SGPV wurde beschlossen 3-4 mal pro Jahr ein kleines Bulletin herauszugeben. Es soll dazu beitragen die Kontakte zwischen den Gletscher Piloten zu verstärken und das Vereinsleben zu aktivieren. Hier also unsere erste Ausgabe. Sagt uns doch, was Ihr davon hält, und wer immer Lust hat mit zu helfen und einen Beitrag zu leisten, möge bitte mit der Redaktion Kontakt aufnehmen.
Die erste Ausgabe ist zwei Schweizer Gletscher Freunden gewidmet, die Ihr dort oben sicher alle einmal antreffen werdet. Dazu gesellt sich ein auch ein Französischer Pilot.

Oh Schnee, Oh Gletscher !

Für die Glücklichen, die schon die Ski auf ihren Flugzeugen montiert haben, hat der Schnee Genuss bereits angefangen. Die diesjährige Saison hat sehr früh und mit schönstem Wetter begonnen. Möge es andauern und, im Gegensatz zum letzten Jahr, ein wunderbare Winter für Euch alle werden!

 

 

Guido Benz mit der HB-OPH auf dem Trient an einem Tag mit 7/8 Deckung bei 9500 ft (März 2001). Das Paradies dieser Erde an jenem Tag dort oben!

Dieses Flugzeug wurde kürzlich an Hans Fuchs verkauft.

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Jean-Pierre Fasel, der fliegende Käser

Jean-Pierre nennt sich selbst einen angefressenen Gletscher Flieger. Er ist Fluglehrer in Ecuvillens bei der dortigen Gletscher Fluggruppe. Die Flugpassion hat bei ihm schon sehr früh begonnen. Mit 14 Jahren stolperte er einmal über einen alten Kalender mit einem Bild von Hermann Geiger, der nach einer Landung auf der kleine Scheidegg vor seiner Super Cub am Fusse des Eiger posierte. Da hat‘s bei Jean-Pierre blitzartig eingeschlagen. Dass er in der Nähe des alten Flugplatzes Fillistorf aufwuchs, hat seine Lust nur noch gesteigert. Sein Beruf als Käser hat es ihm leider nur selten erlaubte, seiner Passion für die Berge einen ganzen Tag auf Skiwanderung zu frönen.

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Das turbo Bébé von Jean-Pierre
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Jean-Pierre mit Mousse am Aeschhorn
Alter : 45 Club : Groupe glacier d’Ecuvillens
Gletscher Lizenz seit : 15 Jahren Gletscher Fluglehrer
Gletscher Landungen: 8800 Flugzeug(e) : 3 Mousquetaires


Aber seine Turbo Mousquetaire ermöglicht es ihm jetzt , am Vormittag seine Käse zu pflegen und am Nachmittag halbkäsförmige Spuren auf die Gletscher zu malen. Wenn Ihr ihn schon mal angetroffen habt, dort oben, so hat er Euch sicher von den Vorzügen seines Lieblings vorgeschwärmt. « Mein Bébé ist mindestens so gut wie deine Super Cub ! ! » ..Wir wollen es ihm für einmal glauben...Wisst Ihr, wie man ihn erkennt? Er ist der einzige Gletscherpilot, der mit einer Double Crème von Gruyère und Meringue, statt mit einem Sandwich sein Picknick macht.

Michael Estermann von Luzern Beromünster

Michael Estermann ist heute Swissair Pilot auf der MD11, nachdem er bis zu deren Verkauf auf dem Jumbo 747 geflogen war. Auf dieser Maschine hat er auch seine beruflich fliegerische Laufbahn als Bordingenieur begonnen. Doch immer schon wollte er unbedingt an die Steuerknüppel. Nicht fliegen musste er zuerst dafür lernen, sondern die Französische Sprache.

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Michael im August 2001 mit einer Maule MX7 in Mégève
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Micheal links, Hans und Ruth Fuchs in Sollière August 2001
Alter : 45 Club : Flubag – Luzern Beromunster
Gletscher Lizenz seit : 13 Jahren Berfuspilot, Gletscher Fluglehrer
Gletscher Landungen: 7000 Flugzeug(e) : 2 Supercub 160 CV


Privat fliegt Michael oft in Kanada, wo er an einem kleinen Wasserflugzeug beteiligt ist. Natürlich konnte man ihn in der Schweiz, einmal von den süssen Früchten genascht, nicht mehr von den Gletschern fern halten.
Im Jahr 1990 hat er in Luzern Beromünster die Gletscherfliegerei neu lanciert. Als Cheffluglehrer überwacht er heute 6 Gletscherfluglehrer und etwa 20 Gletscherpiloten, die die beiden 160 HP Super Cub der Flubag pilotieren.
Auch seine privaten Verpflichtungen nehmen ihn Anspruch, muss er doch nebst seiner Ehefrau und seinen beiden kleinen Kindern auch noch einen Hund und ein Reitpferd in Bewegung halten.

Noël Genet der Präsident der französischer Gebirgspiloten Verband

Noel ist Flugexperte bei der DGAC und natürlich auch Gletscherflug Lehrer. Seit einem Jahr ist er wiederum Präsident der AFPM l’Association Française des Pilotes de Montagne. Im letzen Winter hat Noel am Gletscher Fluglehrer Kurs in Sion teilgenommen. Eine ausgezeichnete Gelegenheit einmal die kleine Schweiz besser kennen zu lernen.

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Noel auf dem Wildhorn, März 2001
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Nach einem zu langen Picknick am Kanderfirn kleben die Skis am Schnee
Alter : 56 Club : Château Arnoux St Auban
Gletscher Lizenz seit : 15 Jahren Inspekteur bei de DGAC Marseille
Gletscher Landungen: zählt er nicht mehr Geflogene Flugzeug(e) : Mousquetaire, Jodel, Rallye, MCR, Sicile Record, Husky

Was Noel am besten gefällt nebst dem Fliegen, ist die Kameradschaft, die menschlichen Kontakte und die Leidenschaft, die die Gletscher Piloten in ihren Herzen tragen. Und es stimmt eindeutig, dass auf all den kleinen Alpenplätzen in Frankreich (siehe Fotos unten) eine ganz besondere freundschaftliche Atmosphäre herrscht. Nicht selten wird der Plausch beim Fliegen ergänzt mit einem ausgezeichneten Essen in einer Alphütte oder einer unvergesslichen Begegnungen zwischen den Piloten

Die AFPM ist in regionale Gruppen unterteilt. Vor allem sie hauchen dem Verein sein Leben ein durch zahlreiche Zusammenkünfte und gemeinsame Ausflüge. Die gesamte Vereinigung hat 480 Mitglieder. Dank ihnen hat die AFPM 10 neue Landeplätze in den letzten 5 Jahren schaffen können. Das nennt man dynamisch! In Frankreich gibt es verschiedene Typen von Landeplätze in den Bergen. Einmal die Altiports (Hartbelag), die Altisurfaces (Natur Boden) für den Winter und/oder den Sommer, die Gletscher und dann die Places de terroir (Gras und Acker Plätze).
Diese Mischung erlaubt zu jeder Jahreszeit seinen Spass zu finden, sei es auf Hartbelag, Alpenwiesen oder Schnee.

Ja, der Noel ist ein wahrer Vertreter all dieser Piloten, man sieht schon seinem Gesicht den Geniesser und Feinschmecker an.

Die Französischen Altisurfaces : Schön aber schwierig, manchmal gar verrückt…

Die Piloten in Frankreich haben ein unglaubliches Glück, besitzen sie doch zahlreiche Sommer Landeplätze in den Bergen und Hügeln. Sie befinden sich zumeist in herrlicher Umgebung. Doch sie sind oft recht kurz und sehr schwierig, und dort zu landen erfordert eine weit höhere Präzision als auf einem Gletscher. Doch welch eine Freude für jene, die gerne mit den Augen, dem Füdli und dem Knüppel fliegen, wie Geiger einmal sagte.

Wer gerne dorthin fliegen möchte, kann sich bei Fred Chappuis (Tel. 079 455 24 55) erkundigen. Er ist der Mittelsmann der Schweizer Piloten die bei der AFPM eingeschrieben sind. Er kann Euch viele Informationen geben und auch die Anflugblätter der Plätze verkaufen. Oder aber telefonieren Sie Robert Barrier, er ist der Herausgeber der Blätter und spricht Französisch (tel 0033 450 602177)

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Faucon : Ein wunderbarer Platz im Süden in der Nähe von Die. 10 min. daneben befindet sich der Platz Baccus, wo man Morchel Omelett essen kann. Der Chef kocht selbst, Ambiance garantiert ! St Roch Mayères : Gegnüber von Megève, ein hübscher Platz mit einer Alphütte. Man isst ein Menu für 25.—und nimmt garantiert 2 Kg zu. St Jean d’Arve :ein kleiner Alpenlandeplatz in der Nähe der l’Alpe d’Huez.

Redaktion : Corrado Bassi, rte de muzot, 3968 Veyras, tel 078 6057314, e mail : corrado.bassi@alcan.com
                 Hans Fuchs, Seehotel Pilatus, 6052 Hergiswil, e mail:  h.fuchs@pilatushotel.ch:
                 Möchten auch Sie etwas beitragen zu einem kommenden Bulletin, nehmen Sie mit uns Kontakt auf.

Dieses Bulletin ist auch in gedruckter Fassung erschienen. Die SGPV bedankt sich bei Jean-Pierre Gessler von Sion für das Sponsoring des farbige Druckes.