36. Internationales Gebirgsflieger Treffen Mauterndorf 2006
Wir nutzen ein kleines Zeitfenster am Mittwoch Abend 31. Mai um die Alpen vorsorglich on Top zu überqueren. Es herrscht Nordstau, der sich sofort wieder verstärken und die ganze Woche andauern wird. Um 17.36 starten wir in Beromünster bei ca. 4 Grad und landen in Locarno um 19.00 bei 23 Grad um dort im Freien das Nachtessen geniessen zu können. Unglaublich was so ein paar Berge für einen Unterschied aufs Wetter ausmachen können. Fotos werden keine geschossen, denn der Flug mit mehreren Umkehrschleifen erfordert unsere volle Konzentration.

Anderntags starten wir bei
bestem Wetter im Leeschutz der Alpen und haben nach
dem Überfliegen des Monte Ceneri Passes diesen herrlichen Blick in Richtung
Lugano.

Der Blick in Richtung Alpen im Bereich des Lago di Como zeigt den noch immer vorherrschenden Nordstau, und heftigen Turbulenzen schütteln uns und unsere Super Cub gehörig durch. Wir sind sehr froh, dass wir momentan ein vollgeladenes und damit relativ schweres Flugzeug haben .

Wir folgen dem Veltlin und lassen Sondrio, das uns eine Landemöglichkeit geboten hätte, hinter uns. Ein leichter Schlenker nach rechts ....

.... bringt uns Richtung Tonale Pass, der offen und leicht zu passieren ist. Wir fliegen inzwischen auf 8000 Fuss und nicht nur die Luft ist nun ruhig, sondern auch das Funkgerät. Mailand und Padova Info sind jedoch gerastet und könnten einwandfrei empfangen werden.

Unter dem rechten Flügel tauchen die Gletscher und Seen der rund 3550 Meter hohen Adamello und Presanella auf.

Unter dem linken Flügel zeigt sich die Retorten Skistation am Tonale Pass. Von oben eigentlich ein Pfuianblick wäre da nicht die rund 600 Meter lange Graspiste, auf rund 1900 Meter über Meer. Ist man dort erst einmal gelandet, wird man von der grandiosen Gebirgszenerie rundum völlig in seinen Bann gezogen.

Bozen kommt in Sicht und dahinter wird das Wetter schlechter. Wir werden etwas tauchen müssen.

Die Dolomiten sind bereits unter einem Deckel.

Teilweise auch in Schauern.

Wir passieren ein hübsches Seelein im Hochpustertal.

Obwohl navigatorisch bestens
vorbereitet überrascht uns Toblach (Dobbiaco) mit einem Flugplatz (militärisch?), wo wir
keinen vermutet haben.
Dafür ist der für eine für allfällige Ausweichlandungen vorgesehene nahe UL
Platz Colle Casies unentdeckbar.

Über Lienz öffnet sich der Blick Richtung Mölltal. Der direkte Weg nach Mauterndorf ist aber versperrt.

Wenigstens ist der Platz Lienz Nikolsdorf da, wo er sein soll. Auf ihm werden schliesslich 4 Flugzeuge aus Spanien stranden, die eigentlich zum EMP Treffen nach Mauterndorf fliegen wollten. Mit Hilfe eines Kleinbus können sich die Mannschaften schliesslich doch noch zu den übrigen Piloten gesellen.

Nach einem Flug von etwas mehr
als 2 1/2 Stunden kommt unser Ziel Mautendorf in Sicht. Der Ort liegt am Südende des
Tauernpasses
und verdankt seinen Namen sicherlich den Wegezöllen, die hier einst erhoben
wurden.

Eindrehen in den Gegenanflug
auf die Piste 25. Eine gepflegte 700 Meter lange Graspiste auf rund 1000 Meter Höhe
ü/Meer erwartet uns.
Dank des Passes pfeift der Wind hier wie so häufig wieder extrem böig und quer
zur Piste.

Die Landung aber ist dennoch
sanft und sauber. Wie fast immer sind wir die ersten am Platz, werden aber dennoch schon
längst erwartet.
Dem Heinz Schäfer dem Organisator des diesjährigen EMP Treffens entgeht wohl kaum
je ein an seinem Blockhaus vorüberfliegendes Flugzeug.

Unsere brave Super Cub wird
schnell im grossen neuen Hangar des schmucken Flugplatzes untergestellt.

Wir aber dürfen uns in Heinz Schäfers echtem kanadischen Blockhaus mit Sicht auf den Flugplatz einquartieren.

Ja so ist es, kann man da nur sagen.

Sofort nehmen wir die
unmittelbare Umgebung in Augenschein und unsere erster Spaziergang führt natürlich
Richtung Dorf.
Wo einst Zölle erhoben wurden, mussten die Gelder schon damals mit dicken Mauern
geschützt werden.
Die Burg Mauterndorf.

Kleine Impressionen am Strassenrand. Ein Helgenstöckli, hierzulande Marterl genannt oder schon ein Kapellchen?

Die alte Mühle am Dorfbach, der kristallklares Wasser führt.Seine Quellen liegen im Gebiet der Radstätter Tauern.

Stattliche Bürgerhäuser zeugen vom einstigen lebhaften Handel über den Tauernpass.

Die Kirche im Dorf ...

.... wartet an seiner
Südseite mit einem Denkmal des ersten Weltkrieges auf.
Dass Hermann Göring hier einen schönen Teil seiner Kindheit verbrachte und dann
auch in der Burg vor seiner Verhaftung
ein letztes Refugium suchte, wird weniger gerne plakatiert.

Die Figur über diesem hübschen Brunnen ist nun ganz sicher ein Marterl.

Am Freitag Nachmittag treffen
dann nach und nach die Gebirgspiloten ein, die aber alle mit einer Ausnahme sich mit dem
Auto nach Mauterndorf gekämpft haben. Da es wegen der Schneefälle am Tauerntunnel zu
Blockabfertigungen kam, war auch diese Anreise mit grossen Umständen und langen
Wartezeiten verbunden.
Gerne werden nach so langer Anfahrt die leckeren Grilladen in den hungrigen Mägen
versorgt.

EMP Präsident Robert Barrier (links) und OK Präsident Heinz Schäfer begrüssen die versammelte Bande wedelnd mit der grossen EMP Kuhglocke.

Während die Einheimischen sich mehr am Bierglas orientierten ....

.... versuchen AFPM Präsident Noel Genet (links) und Nicolas Nuoffer immer noch krampfhaft herauszufinden, wo den nun eigentlich Mauterndorf liegt.

Ein Grossteil des Vorstandes
der Österreicher Gebirgspiloten. Von links; Heinz Schäfer, Martin Skacel und Jörg Wulz.
Schon der erste Abend wird reichlich spät und nur die Lungauer und Hergiswiler
halten bis zum Schluss durch.

Dennoch finden wir uns tapfer um 09.00 an Annas und Heinz Schäfers reich gedecktem Frühstückstisch ein. Mit von der Partie sind unsere Freunde aus Spanien, Marlies Campi und Angel Ibanez, sowie die beiden am weitesten gereisten Piloten Vater und Sohn Diaz, die von Malaga über 16 Stunden in der Luft unterwegs waren.

Leider ist das Wetter am
Samstag miserabel und so werden alle Mannschaften auf Kleinbusse verteilt und in einer 2
1/2 stündige Fahrt
nach Eisenerz gefahren, wo wir eigentlich geplant hatten im Erzbergwerk zu landen.
Ruth Angel und Marlies.

Schweizer Gletscherpilot Edi Ledergerber lässt sich auch vom Dauerregen seine Laune nicht verderben.

Trotz des Sauwetters wächst die Gruppe stetig und immer wieder schweifen die Blicke zum gegenüber liegenden Hang.

Das wäre sie also gewesen
unsere Piste. Mindestens 350 Meter lang und 15% regelmässiges Gefälle,
viele Parkmöglichkeiten oberhalb der nächsten Spitzkehre.

Unsere Österreichischen
Freunde vom Flugplatz Timmersdorf haben die Piste unter Leitung von Martin Skacel perfekt
von gröberen Steinen gesäubert und sogar idiotensicher markiert.

So hätte sie sich von oben präsentiert. Entgegen den Befürchtungen aus der Perspektive des Bergbaumuseums also doch ein fast gerader Anflug.

Aber ein wenig Spass sollte es
dann doch noch geben. Wir besteigen nämlich alle einen riesigen Laster hier Hauly
genannt,
der uns über alle Terrassen durchs ganze Erzbergwerk fahren wird.

Rund 70 Leute haben auf der enormen Ladefläche Platz, und so viele sind wir in etwa dann auch. Der Lärm den das Ungetüm ausstösst, ist gewaltig und so ist auch das Geschrei und Gejohle nicht minder laut, das in allen Sprachen nicht nur den Motorenlärm, sondern auch die deutschsprachigen Erklärungen, die über Lautsprecheranlage kommen zu übertönen versucht.

Das Fräulein mit dem Helm
gibt sich redlich Mühe uns etwas über den Bergbau in dieser Grube zu erzählen, doch
nicht nur die
mehrheitlichen französisch sprechenden Piloten an Bord werden das meiste kaum
verstanden haben.

Am höchsten vom Hauly
befahrenen Punkt auf etwas 1600 Meter ein Blick in die Tiefe der Grube und auf die
Bergbaustadt Eisenerz,
die im Nebelgrau dieses Regentages fast ganz verschwindet. Um in diesen Talkessel
zu kommen hätte man sogar noch einige Meter höher über einen Pass
einfliegen müssen, was unser Martin Skacel zwar versucht hat, was
ihm aber nicht gelang. So ist nun die Piste Erzberg völlig jungfräulich geblieben.

Nach der Haulyfahrt ein letztes Gruppenfoto, dann aber fertig lustig, die Mägen unserer Französischen Kollegen beginnen bedenklich zu knurren.

Im Innern des Museums befindet sich glücklicherweise eine Kantine und alle können sich wieder aufwärmen und verpflegen.

Schuss in Gegenrichtung.

Aber hallo ! ein völlig
unerwartetes bekanntes Gesicht aus der Saab Safir Szene.
Siegfried Puch vom Team 2000,
der offenbar mitgeholfen hat, die Piste zu präparieren.

Neuer Zeitpunkt: Samstag
Abend, neuer Handlungsort: Gemeindesaal Mauterndorf, neuer Programmpunkt: Ball der
Nationen
Es spielen auf: die "Gnaser Jungsteirer"

Um Tracht wurde gebeten und ganz offensichtlich tun sich die einheimischen dabei gar nicht schwer.

Doch auch die Schweizer lassen sich nicht lumpen. Edi Ledergerber in Appenzeller, Ruth Fuchs in der Nidwaldner Werktagstracht.

Hans und Ruth Fuchs in
Nidwaldner Tracht, Cédric Pasche mit Mama und Papa in Trachten aus Chateau d'Oex.
Irgendwie haben die drei es trotzt des Wetters geschafft, Mauterndorf an diesem
Samstag mit ihrer Cessna 180 direkt ab Lausanne zu erreichen.

Viel Prominenz gibt uns die Ehre. Heinz Schäfer macht Marlies Campi mit dem Berzikshauptmann Dr. Robert Kissela bekannt.

Bürgermeister Wolfgang Eder auch schon ein alter bekannter für uns Gebirgpiloten, waren wir doch schon im Winter 2003 hier in Mauterndorf zu Gast.

Die Französische prominenten Ecke mit Jean Tricart Ehrenpräsident und Noel Genet amtierender Präsident der AFPM samt Gattinnen natürlich.

Viva Italia an diesem Tisch! Mario Ventura auch ein Präsident, glaube ich. :)

Polen ist vertreten durch
Aviator Christoph und Regina Barszczewski. Seine Homepage ist ein Muss in Österreich.
Zusammen werden wir sehen ob wir nicht in Polen auch noch en paar Gebirgspiloten
finden und in den Verein integrieren können.

Die Spanische Gesandtschaft
hat auch ein paar Präsidenten aufzuweisen.
Marlies Campi ist Präsident der AOPA Spanien und ihr Lebensgefährte Angel Ibanez
Präsident des Aeroclub von Katalonien.

Xavier Maniguet aus Meribel scheint wider erwarten nicht nur mit seiner kleinen Jodel liiert zu sein.

Gedränge am Buffet.

Nach dem Essen versucht Martin
Skacel als Tafelmaior vom Dienst etwas Ordnung in den Saal zu bringen
und vor allem die versammelten Herrschaften zum Tanzen.

Was ihm auch ganz ausgezeichnet gelingt. Auf einmal kommt ziemlich viel Bewegung in den Saal.

Selbst unsern heissblütigen Spanischen Jungspund reissts aus dem Hocker.

Mit fortschreitenden Stunden steigt die Stimmung stetigt und der Martin macht sich langsam aber sicher an die Damen der Kapelle ran....

.... während der Bassist sich schon mal einen Schlaftrunk verabreicht.
Von denen, die bis um 3 Uhr
sitzen bleiben gibt's natürlich keine Fotos mehr, weil ... sagen wir es mal so ...
... der Film war schon ziemlich voll.

Am Sonntag Morgen ist das
Wetter etwas besser und 3 weitere Flugzeuge aus Innsbruck stossen zu uns.
Damit sind von 70 angemeldeten Flugzeugen nun deren 8 vor Ort.

Jene Piloten, die aufs Aineck fliegen und am Coup Hermann Geiger teilnehmen wollen, versammeln sich im Pilotenraum ...

... und werden von Heinz Schäfer gebrieft.

Vor dem Wegflug regnet es
wieder und die Pilotenschaft trägt Hut.
Alle andern etwa 80 angereisten Mannschaften, die leider ohne Flugzeug da sind,
werden mit Bussen ins nahe Aineck gefahren.

Der Landeplatz Aineck. Der
Wind ist immer noch bockig und Edi Ledergerber unterstützt das Flugverhalten der OPH
positiv.
indem er auf dem Rücksitz Platz genommen hat und dort sein volles Gewicht zur
Geltung bringt.

Der Wind kommt von rechts, doch die Rotoren die dadurch in der Waldschneise erzeugt werden, machen die Landung nur schwer berechenbar.

Doch wir lassen uns nicht einschüchtern, denn werden wir ja schon sehsüchtigst erwartet und landen schliesslich fast perfekt.

Weitere Kollegen folgen. Hier Stefan Bierbaum mit seiner Maule.

Arno Thurnbichler und Roland Gfader mit der Champ OE-ADE aus Reute.

Antony Nendel aus Innsbruck

Die heute eher etwas unterbeschäftigte Bodencrew.

Wildes Parkieren in der
Landschaft. Da der Boden sehr uneben ist, ist es nötig dass immer mindestens ein Mann ein
rollendes Flugzeug
am Heck begleitete und es im Falle, dass es mit einem Rad an irgend ein Hindernis
stösst am Überschlagen zu hindern.

Es gibt viel zu sehen sowohl an der Piste als auch im Parkbereich.

Christoph beweist es: die Glazeten brauchen auch bei solchem Wetter keine Hüte zu tragen.

Die Aineckhütte wird in einem 10 minütigem Fussmarsch erreicht.

Und hier geht dann bereits zu
Mittag, wie könnte es anders sein, schon ganz ordentlich die Post ab.
Zum original Lungauer Festschmaus spielt eine original Lungauer Volksmusikkapelle.

Schon alle Busreisenden sind eingetroffen ...

... die Stimmung auch in der Französischen Ecke ist ganz ausgezeichnet.

Familie Pasche und Camille
Montaigu aus Luxemburg, der nachdem er vor Salzburg mit seinem Flugzeug umgedreht hat,
schliesslich in
Friedrichshafen landen musste, dort übernachtete und anderntags
Mauterndorf auf abenteuerliche Weise mit Bahn und Bus erreicht hat.

Edi Ledergerber, Andreas Gruber der Präsident der ÖGPV sowie seine Vorstandskollegen Martin Skacel, Hannes Walcher und Jörg Wulz.

Edi Ledergerber & Pierre Quinkal

Der ganze Hüttenzauber ...

... reisst schliesslich so einige von den Hockern. Ruth Fuchs mit Andreas Gruber Senior.

Zurück in Mauterndorf, wo der
Ziellandewettbewerb für den Coup Hermann Geiger ausgefochten wurde,
ein Gruppenbild mit allen Präsidenten und den Helfern vor Ort.

Beim festlichen
Abschiedsdinner am Abend dann die unvermeidliche Preisverteilung für den
Ziellandewettbewerb.
Nun, ein bisschen Schwein darf man manchmal auch haben.

Es folgen viele Dankesworte
von Noel Genet für die perfekte Organisation dieses beeindruckenden Treffens der
Europäischen Gebirgspiloten,
wie immer sogleich charmant und kompetent übersetzt durch Marlies Campi.

Andreas Gruber und Heinz
Schäfer dürfen für die organisierenden Österreichischen Gebirgspiloten aus der Hand
von Robert Barrier die Kuhglocke entgegennehmen,
die bis zum nächsten Treffen der EMP in Mauterndorf verbleiben wird.
An dieser Stelle auch meinen herzlichen Dank allen Beteiligten. Wir wurden wunderbar aufgenommen, alles hat bestens funktioniert und das Wetter tat schlussendlich diesem Megaevent nicht den geringsten Abbruch. Künftige Ausrichter werden sich an die Decke strecken müssen.
Mein Dank geht auch an alle Piloten, die die beschwerliche Reise auf sich genommen haben, auch wenn offensichtlich kein Flugwetter herrschte, und sie im Auto anreisen mussten. Als Vermittler des Austragungsortes habe ich unsere Österreichischen Freunden mindestens 60 Flugzeuge mit 140 Teilnehmern versprochen. Die Anmeldungen waren schliesslich noch einiges höher und ich danke allen, die dazu beigetragen haben, dass es am Schluss trotz den Umständen doch noch mehr als 80 Personen geworden sind. Auf dem Aineck waren dann mehr als 130 Leute in der Hütte beisammen und ich wurde von einem Teilnehmer besorgt gefragt, was hätten wir bloss gemacht, wenn das Wetter schön gewesen und alle gekommen wären. :)
Für die Weiter- und Heimreise der OPH, gibt es dann eine neue Seite. (folgt in Kürze)